Politik / Politik/Geschichte / Geschichte/Politik



Die Fächer Politik (Berufsschule), Politik/Geschichte (Höhere Berufsfachschule) und Geschichte/Politik (HBFS mit gymnasialer Oberstufe) haben einheitlich das Ziel, den SchülerInnen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie für das Verständnis und die Bewältigung ihrer immer komplizierter werdenden Umwelt benötigen. Die Fächer sollen ihnen helfen, als verantwortungsbewußt handelnde Menschen ihr Leben selbst zu gestalten. Dazu benötigen sie neben dem Wissen über die wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen auch die Fähigkeit, sich über die Veränderungen in der gesellschaftlichen Wirklichkeit schnell und kritisch informieren zu können. Um auch im Zusammenleben mit anderen privat und beruflich erfolgreich bestehen zu können, sind zusätzlich noch allgemeine Fähigkeiten humaner und sozialer Art notwendig.
Angesichts des sich rasant entwickelnden und verändernden gesellschaftlichen, politischen und beruflichen Umfelds und der gestiegenen Anforderungen an die ausbildungsplatzsuchenden, arbeitenden und studierenden Menschen, scheint uns der Unterricht daher nur dann noch sinnvoll und zukunftsfähig, wenn er vornehmlich methodenorientiert, möglichst fächerübergreifend und wo immer machbar handlungsorientiert organisiert ist.
Das Doppelfach Geschichte/Politik in der gymnasialen Oberstufe verfolgt grundsätzlich die gleichen Zielsetzungen, ist dabei aber stärker wissenschaftspropädeutisch ausgerichtet, denn schließlich steht am Ende dieses Ausbildungsganges das Abitur und damit der Nachweis der Studierfähigkeit. Die behandelten historischen Themen sind meist solche der Neuzeit; hierbei und bei den politischen Themen werden der Schulform gemäß wirtschaftspolitische Aspekte oder Entwicklungen besonders stark berücksichtigt. Die Zusammenarbeit mit anderen Fächern, z. B. dem Fach VWL, liegt nahe und wird stets angestrebt. Eine relativ breite politisch-historische Grundbildung muss vorausgesetzt werden, so dass im Unterricht davon ausgehend auch komplexere Problemstellungen bearbeitet, fächerspezifische Methoden und Lernstrategien angewandt und vertieft werden können. Das Fach kann übrigens als 3. oder 4. Prüfungsfach für die Abiturprüfung gewählt werden.
Dabei stehen in unserer Höheren Berufsfachschule, in der die SchülerInnen sich ja bewusst schon auf die Arbeitswelt vorbereiten wollen, Themen und Methoden im Vordergrund des Unterrichts, die zu einer erweiterten historisch-politischen Allgemeinbildung führen, und auch solche Lern- und Handlungskompetenzen fördern, die später bei der Ausbildungsplatzsuche und im beruflichen Alltag besonders wichtig sein können.
Eine Vertiefung des mitgebrachten allgemein-politischen Grundwissens, aktuelle politische Probleme und Kenntnisse wirtschaftspolitischer oder arbeitsrechtlicher Art, die den bevorstehenden Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern (z. B. über den Ausbildungsvertrag), sind folglich Gegenstände des Unterrichts.
Ihre unterrichtliche Bearbeitung, oft in enger Zusammenarbeit mit Fächern wie Deutsch oder Betriebswirtschaftslehre, soll u. a. die Bereitschaft und Fähigkeit zur friedlichen Konfliktbewältigung sowie zur Analyse von Problemen und Entwicklung von Problemlösungsmöglichkeiten fördern.
Auch der Politikunterricht in der Berufsschule hat die Aufgabe, zur Erweiterung der Allgemeinbildung der SchülerInnen beizutragen. Im Vordergrund steht der Erwerb beruflicher Fertigkeiten und Kenntnisse zur Mitgestaltung der Arbeitswelt. Daher nimmt in der Praxis die konkrete Vorbereitung der SchülerInnen auf die
Abschlussprüfung der IHK auch im Politikunterricht den meisten Raum ein:
Arbeits- und sozialrechtliche Normen werden z. B. möglichst anhand von aus der beruflichen Praxis gewonnenen Aufgaben und Problemstellungen erarbeitet und reflektiert, dabei Problemanalysen und Problemlösungsstrategien geübt und entwickelt. Naturgemäß besteht eine enge Verbindung zum Fach BWL/AWL, mit dem die Inhalte des Politikunterrichts abgestimmt werden