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 Voraussetzungen 

 Lerninhalte 

 Unterrichtsorganisation 

 Abschlussprüfung 

Berufsbild/Ziele

Das Speditions- und Logistikgewerbe ist ein bedeutender Wirtschaftszweig mit internationalem Charakter und bietet als Wachstumsbranche den Beruf der Zukunft. Ziele, Inhalte und Dauer der Berufsausbildung zum/zur „Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung“ sind staatlich geregelt und bieten alle Chancen der beruflichen Entwicklung. Der Ausbildungsablauf in Betrieb und Berufsschule wird durch einen speziellen Ausbildungsrahmenplan geregelt.

 

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sind für die Organisation des Güterversands, den Umschlag der Waren und deren Lagerung sowie für weitere logistische Leistungen zuständig. Sie steuern und überwachen das Zusammenwirken der Personen und Einrichtungen, die an der jeweiligen Logistikkette beteiligt sind. Die Auszubildenden lernen die Leistungen des Güterkraftverkehrs, der Binnen- und Seeschifffahrt, des Schienen- und des Luftfrachtverkehrs kennen. Wesentliche Gesetze und Bestimmungen, Tarife und Beförderungsbedingungen für die Speditionen, Logistikdienstleister und Verkehrsträger werden dabei ebenso vermittelt wie moderne Bürotechniken, der Einsatz von Computertechnologie sowie Kenntnisse des Logistikvertragsrechts.

 

Doch nicht nur rechtliche Kenntnisse müssen die Auszubildenden erwerben. Die neu gestalteten Inhalte der Ausbildung sind z. B. auch

 

  • Verkehrsmarketing
  • Controlling 
  • Logistikdienste
  • Supply chain management
  • e-logistic, e-commerce, e-business
  • Kommunikation in englischer Sprache
  • Umweltschutz und Arbeitsschutz

 

Grundlage für die Ausbildung ist die „Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung/zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung“. Sie enthält u. a. das Ausbildungsberufsbild, den Ausbildungsrahmenplan sowie die Regelungen zur Zwischen- und Abschlussprüfung.

 

Ansprechpartner

AP_Spedition.jpg 

Peter Schoenen

 


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Voraussetzungen

Die Teilnahme am Unterricht in der Berufsschule setzt ein bestehendes Ausbildungsverhältnis mit einem Ausbildungsbetrieb (Spedition bzw. Logistikdienstleister) voraus. Der Ausbildungsvertrag zwischen dem Ausbildungsbetrieb und dem Auszubildenden unterliegt der Überwachung und Kontrolle der Industrie- und Handelskammer (IHK Aachen).

 

Obwohl nach dem Berufsbildungsgesetz keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben ist, wird die auf 3 Jahre angelegte duale Ausbildung vorwiegend von Abiturienten, Absolventen der Höheren Handelsschule sowie Umschülern und in zunehmendem Maße auch Studienabbrechern angetreten.

 

Folgende persönliche Neigungen und Vorlieben bringen den Auszubildenden sicherlich Vorteile:

 

  • Logisches, juristisches und kaufmännisches Denkvermögen
  • Gute geografische Kenntnisse
  • Spaß am Umgang mit Zahlen
  • Interesse für Sprachen (mindestens 6 Jahre Schulenglisch)
  • Teamgeist und Kontaktfreudigkeit
  • Schnelle Reaktionsfähigkeit
  • Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
 


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Lerninhalte

Die derzeit geltende Ausbildungsordnung vom 26. Juli 2004 benennt für den berufsschulischen Teil folgende Lerninhalte (Lernfelder):

Lern-
feld

Bezeichnung

Inhalte (Beispiele)

1

Die Berufsausbildung mitgestalten

BBiG, JArbSchG, Ausbildungsvertrag, Betriebliche Mitbestimmung

2

Im Speditionsbetrieb mitarbeiten

Vollmachten, Personalbeurteilung, KSchG, Lern-, Arbeits- und Präsentationstechniken

3

Geschäftsprozesse dokumentieren und Zahlungsvorgänge bearbeiten

Inventur, Inventar, Bilanz, Bestands- und Erfolgsbuchungen, Kontenrahmen/-plan, Umsatzsteuer incl. Korrekturen/Gutschriften

4

Verkehrsträger vergleichen und
Frachtaufträge im Güterkraftverkehr
bearbeiten

Leistungsmerkmale der Verkehrsträger, Kombiverkehre, GüKG, EG-Sozialvorschriften, Haftung, Gefahrgut, Disposition, ...

5

Speditionsaufträge im Sammelgut
und Systemverkehr bearbeiten

Vor-, Haupt- und Nachläufe, Hub & Spoke, Schnittstellen, Tracking and Tracing, Rohgewinn, Haftung, Preisgestaltung, ...

6

Frachtaufträge eines weiteren Verkehrsträgers bearbeiten (z. B. Luftverkehr)

Frachtrecht, Disposition, Frachtpapiere, Abwicklungshindernisse, Haftung, Gefahrgutvorschriften, ...

7

Geschäftsprozesse erfolgsorientiert
steuern

Kosten- und Leistungsrechnung, direct costing, break-even-Analyse, cash flow, ...

8

Betriebliche Beschaffungsvorgänge
planen, steuern und kontrollieren

Kaufvertrag, Ratenzahlung, Leasing, Bankfinanzierung, Sachmangel, Schlechtleistung, Lieferungsverzug

9

Lagerleistungen anbieten und
organisieren

Lagerarten und –funktionen, Lagerdokumente, Förderzeuge, Lagerorganisation

10

Exportaufträge bearbeiten

(am Beispiel der Seeschifffahrt)

Dokumenteninkasso und –akkreditiv, Container, Dokumente, multimodale Verkehre

11

Importaufträge bearbeiten

Versandverfahren, Zollwesen, ...

12

Beschaffungslogistik anbieten und organisieren

Teilsysteme der Logistik, Sourcingkonzepte, Just in time, ABC-Analyse, ...

13

Distributionslogistik anbieten und organisieren

Verbrauchsfolgen, Lagerkennziffern, Aufgaben und Arten des Recycling, ...

14

Marketingmaßnahmen entwickeln und durchführen

Marketing-Mix, Präsentationstechniken, Qualitätsmanagement, ...

15

Speditionelle und logistische Geschäftsprozesse an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausrichten

Verkehrsinfrastruktur, Umweltkonzepte und Umweltpolitik, Ordnungspolitik, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Währungsrisiken

Die Zielsetzung der Berufsausbildung erfordert es, den Unterricht an einer auf die Aufgaben der Berufsschule zugeschnittenen Pädagogik auszurichten, die Handlungsorientierung betont und junge Menschen zu selbstständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben im Rahmen ihrer Berufstätigkeit befähigt (aus: Rahmenlehrplan, Teil III – Didaktische Grundsätze).

Literaturhinweise

1. Am Berufskolleg eingeführte Bücher im Fach...

SPEDITIONELLE UND LOGISTISCHE GESCHÄFTSPROZESSE (SLG):
- Leistungsprozesse-Informationshandbuch
   Spedition und Logistik
   Bildungsverlag EINS
   ISBN 978-3-427-31612-1
- Leistungsprozesse-Lernsituationen
   Spedition und Logistik
   Bildungsverlag EINS
   ISBN 978-3-427-31611-4

KAUFMÄNNISCHE STEUERUNG UND KONTROLLE (KSK):
- Rechnungswesen Spedition und Logistikdienstleistung
   WINKLERS-VERLAG
   ISBN 978-8045-6425-1

WIRTSCHAFTS- UND SOZIALPROZESSE (WSP):
- Wirtschafts- und Sozialprozesse
   Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung
   Bildungsverlag EINS
   ISBN 3-8237-7020-9

2. Empfohlene Bücher für die Prüfungsvorbereitung auf die...
ZWISCHENPRÜFUNG:
- Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung
   Prüfungstrainer Zwischenprüfung
   Übungsaufgaben und erläuterte Lösungen
   U-Form-Verlag Solingen
   ISBN 978-3-88234-408-0

ABSCHLUSSPRÜFUNG:
- Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung
   Prüfungstrainer Abschlussprüfung
   Übungsaufgaben und erläuterte Lösungen
   U-Form-Verlag Solingen
   ISBN 978-3-88234-402-8
- Fit in WiSo 2
   Prüfungstrainer Abschlussprüfung
   Übungsaufgaben und erläuterte Lösungen
   U-Form-Verlag Solingen
   ISBN 978-3-88234-784-5
  
   

 
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Unterrichtsorganisation

Der Berufsschulunterricht der Bezirksfachklassen findet in Teilzeitform an 2 Tagen in der Woche statt. Die Unterrichtszeiten sind in Einheiten à 45 Minuten eingeteilt. Nach jeweils einer Doppelstunde findet eine Pause von 15 Minuten statt. Der Unterrichtsbeginn ist um 8:00 Uhr. Die 6. Unterrichtsstunde endet um 13:00 Uhr

 

STUNDENTAFEL DER KAUFLEUTE
FÜR SPEDITION UND LOGISTIKDIENSTLEISTUNG

 

Fach

Unterrichtsstunden pro Woche

1. Jahr

2. Jahr

3. Jahr

SLG

3

4

4 - 5

WSP

3

1

2

KSK

1

1 - 2

1

DV

1

-

-

E

1

1

1

D

1

1

1

P

1

1

1

R

1

1

1

 

Abkürzungen:

 

SLG    =  Speditionelle und logistische Geschäftsprozesse

WSP   =  Wirtschafts- und Sozialprozesse

KSK    =  Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

DV      =  Datenverarbeitung

E        =   Englisch

D        =   Deutsch

P        =   Politik

R        =   Religionslehre

 

Hinweise:

 

In Nordrhein-Westfalen sind die Inhalte der Lernfelder 1 – 15 (siehe: Lerninhalte) den einzelnen Fächern zugeordnet worden. Zeugnisnoten gibt es in den einzelnen Fächern, nicht für die einzelnen Lernfelder.

 

Nicht nur die Fächer SLG, WSP und KSK sondern auch Inhalte der Fächer E, D und P sind relevant für die Zwischen- und Abschlussprüfung.

 

Der Unterricht im Fach SLG findet zu einem Großteil in Teamarbeit statt, d. h., die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen an komplexen Lernsituationen und steuern ihre Lernprozesse zunehmend selbstständig und eigenverantwortlich. Die Teamarbeit soll neben der zuwachsenden Fach- und Methoden- auch die Sozialkompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern. Am Ende der Arbeitsphasen werden die Gruppenergebnisse präsentiert, kommentiert und ggf. korrigiert.  

 
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Abschlussprüfung
Vorbemerkung:

In der Ausbildungsmitte findet derzeit eine schriftliche Zwischenprüfung statt.

Die Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung in schriftlicher und mündlicher Form statt:

 

Bei der Anmeldung zur schriftlichen Prüfung benennt der Prüfling zwei Verkehrsträger, zu denen er im Prüfungsbereich 2 geprüft werden möchte. Der Prüfungsausschuss entscheidet darüber, welcher der beiden Verkehrsträger in der schriftlichen Prüfung zu bearbeiten ist. Mit der Einladung zur schriftlichen Prüfung wird diese Entscheidung mitgeteilt.

 

SCHRIFTLICHE ABSCHLUSSPRÜFUNG

 

Prüftag Prüfungsbereich Prüfungsinhalte Prüfungsform Prüfungszeit
1 1 Verkehrsträger- übergreifender Teil in LSL Prozess- orientierte Leistungs- erstellung in Spedition und Logistik
TUL
Logistische DL
Marketing
Aufgaben in ungebundener(offener) Form 120 Min.
2 Verkehrsträger- spezifischer Teil in LSL TUL 60 Min.
2 3 Kaufmännische Steuerung und Kontrolle KLR
Controlling
Aufgaben in gebundener (program- mierter) Form 90 Min.
4 Wirtschafts- und Sozialprozesse Allg. und wirtschaftl. Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt und die Bedeutung der Speditions- und Logistikbranche als Wirtschaftsfaktor 60 Min.

    

Abkürzungen:

 

LSL   =   Leistungserstellung in Spedition und Logistik

TUL   =   Transport, Umschlag, Lagerleistungen

DL     =   Dienstleistungen

 

Die Prüfungsbereiche 1 und 2 sind im Verhältnis 7 : 3 gewichtet, d. h., die maximal erreichbare Punktzahl beträgt 70 bzw. 30 von insgesamt 100 Punkten.

 

MÜNDLICHE ABSCHLUSSPRÜFUNG

 

Der Prüfling legt in Abstimmung mit seinem Ausbildungsbetrieb das Einsatzgebiet fest, in dem er schwerpunktmäßig während seiner Ausbildung eingesetzt war. Dabei kann eines der folgenden Gebiete für die mündliche Abschlussprüfung bestimmt werden:

 

(1)      Güterversendung und Transport

(2)      Lagerlogistik

(3)      Sammelgut- und Systemverkehre

(4)      Internationale Spedition

(5)      Logistische Dienstleistungen

 

Zu dem gewählten Einsatzgebiet (1 – 5) erhält der Prüfling 2 Aufgabenvorschläge zur Auswahl. Für einen davon entscheidet er sich und bereitet sich ca. 20 Minuten auf die Präsentation vor.

 

Folgende Aufgabenarten sind denkbar:

 

  • Fallsituation mit komplexer oder detaillierter Aufgabenstellung
  • Vorgaben für ein zu führendes Beratungs- bzw. Verkaufsgesprächs
Die Präsentation bzw. das Beratungsgespräch dauert maximal 30 Minuten.  
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